screenshot_website_alternat

Solidarität mit den KollegInnen in der Türkei

Zum morgigen „Tag der Menschenrechte“ setzen wir gemeinsam mit fünf weiteren führenden Journalistenorganisationen, dem Verband Österreichischer Zeitungen und dem ORF ein Zeichen der Solidarität mit türkischen MedienmacherInnen: Inserate in den überregionalen und den Bundesländer-Tageszeitungen sowie führenden Wochenzeitungen und Magazinen weisen auf die dramatische Einschränkung der Pressefreiheit in der Türkei hin, wo 142 JournalistInnen inhaftiert sowie 170 Medien verboten wurden.

Wir bedanken uns bei den österreichischen Medien für ihre Bereitschaft, diese Solidaritätsaktion durch kostenfreie Einschaltung einer 1/8-Seite im Querformat in der Ausgabe vom 10.12.2016 (bzw. bei wöchentlichen Titeln in unmittelbarer zeitlicher Nähe vor oder nach diesem Datum) zu unterstützen.

Danke auch an die Agenturen ikp und GGK MullenLowe für die Umsetzung der Kampagne.

Hier eine Presseerklärung zu dieser Aktion.

Radiomoderator auf Sendung erschossen: Reporter ohne Grenzen fordern Aufklärung

Reporter ohne Grenzen fordern die Behörden Perus auf, rasch und lückenlos den Mord an einem Radiomoderator aufzuklären: Hernán Choquepata Ordóñez („Randy“ Ordóñez) wurde am Sonntag, 20. November 2016, in der peruanischen Küstenstadt Camaná erschossen, während er für Radio La Ribereña eine Musiksendung moderierte. Ein Schütze war in den Radiosender gestürmt und hatte dem Moderator in den Kopf geschossen.

In seiner Sendung „Habla el Pueblo” (deutsch: „Die Menschen sprechen“) ließ Ordóñez immer wieder Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort kommen, die sich über die dortigen Behörden beschwerten. Ordóñez selbst übte häufig offen Kritik an der lokalen Führung. So kritisierte er eine Woche vor seinem Tod die Bürgermeister von Camaná und dem Nachbarort, Mariscal Cáceres. Seine Kollegen berichten, er habe in letzter Zeit Todesdrohungen erhalten und diese auch der Polizei gemeldet.

„Bei den Untersuchungen dieses schockierenden Mordes muss unbedingt berücksichtigt werden, dass ein Zusammenhang mit Ordóñez‘ Arbeit als Journalist besteht“, fordert Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. „Dieser Mord darf nicht straflos bleiben.“

Peru ist auf der Rangliste von Reporter ohne Grenzen auf Platz 84 von 180 Ländern (World Press Freedom Index).

Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich für Rubina Möhring

Goldenes Ehrenzeichen der Republik für Rubina Möhring

In eigener Sache: Wir von Reporter ohne Grenzen sind stolz auf unsere Präsidentin Rubina Möhring, die am 15. November 2016 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich erhalten hat. Stadträtin Renate Brauner würdigte Rubinas unermüdlichen Einsatz für Menschenrechte und Demokratie.

Hier ein Auszug aus der Laudatio:
Schon während ihres Studiums in Wien begann Rubina Möhring ihre journalistische Karriere bei der Tageszeitung „Die Presse“. 1986 wechselte sie in den ORF und arbeitete dort viele Jahre lang in verschiedenen Funktionen. Sie war Gründungsmitglied des „Club 2“, Redakteurin des „Auslandsreport“ und der „Zeit im Bild 2“, war Chefin vom Dienst der Hauptnachrichtensendung „Zeit im Bild“, Sonderkorrespondentin für Griechenland und die Türkei und schließlich Repräsentantin des ORF für 3Sat und Leiterin der Bereiche Kultur und Wissenschaft. Heute ist sie freie Journalistin.

Weiterlesen

support erol

Prozess vertagt: Türkische Justiz muss Anschuldigungen gegen ROG-Korrespondent fallenlassen

Der für heute in Istanbul anberaumte Prozess gegen den Türkei-Korrespondenten von Reporter ohne Grenzen, Erol Önderoglu, wurde in den Jänner vertagt. Reporter ohne Grenzen fordert die türkische Justiz auf, sämtliche Anschuldigungen gegen ihn fallen zu lassen.

Erol Önderoglu musste sich heute in Istanbul zusammen mit der Vorsitzenden der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und dem Cumhuriyet-Kolumnisten Ahmet Nesin vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen wegen ihrer Teilnahme an einer Solidaritätsaktion mit der pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem „Propaganda für eine terroristische Organisation“ vor. Auch Özgür-Gündem-Chefredakteur Inan Kizilkaya stand heute vor Gericht.

„Hier sitzen Menschen selbst auf der Anklagebank, die sich sonst immer für andere Verfolgte einsetzen. Das zeigt, wie dramatisch die Lage in der Türkei mittlerweile ist“, berichtet Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, aus Istanbul. Sie beobachtete mit Kolleginnen und Kollegen von Reporter ohne Grenzen aus Frankreich und Deutschland den Prozessbeginn.

„Allein für ihre Solidarität mit der verfolgten pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem drohen Dutzenden Journalisten und Intellektuellen Haftstrafen. Auf die willfährige türkische Justiz wagt man für sie kaum noch zu hoffen. Deshalb brauchen Erol Önderoglu und seine Mitangeklagten größtmögliche internationale Unterstützung, damit sie ihren Einsatz für die Menschenrechte in der Türkei fortsetzen können“, so Möhring.

Weiterlesen

Support Erol

Türkische JournalistInnen vor Gericht

Unsere Präsidentin Rubina Möhring ist derzeit mit KollegInnen aus Paris und Deutschland in Istanbul, wo heute und morgen wieder JournalistInnen vor Gericht stehen. „Hier sitzen Menschen selbst auf der Anklagebank, die sich sonst immer für andere Verfolgte einsetzen. Das zeigt, wie dramatisch die Lage in der Türkei mittlerweile ist“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich.

Hier dazu ein Interview mit ihr im Standard.

Wir fordern die türkische Justiz auf, sämtliche Anschuldigungen gegen unseren Türkei-Korrespondenten fallen zu lassen. Erol Önderoglu muss sich von Dienstag an in Istanbul zusammen mit der Vorsitzenden der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci, und dem Cumhuriyet-Kolumnisten Ahmet Nesin vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen wegen ihrer Teilnahme an einer Solidaritätsaktion mit der pro-kurdischen Zeitung Özgür Gündem „Propaganda für eine terroristische Organisation“ vor. Auch Özgür-Gündem-Chefredakteur Inan Kizilkaya steht von Dienstag an vor Gericht.